Komfort für alle Generationen
Rückzugsort, Komfortzone und ein Stück Lebensqualität – so wird ein Badezimmer heute verstanden. Doch neben allen Wohlfühl- und Designaspekten hat auch die Funktionalität einen hohen Stellenwert – erst recht, wenn es um ein barrierefreies Bad geht. Dabei wird das oft vorschnell mit „seniorengerecht“ gleichgesetzt. Tatsächlich steht ein barrierefreies Konzept für zeitlose Gestaltung, intelligente Technik und Komfort für Menschen jeden Alters. Für Fachhandwerker eröffnet sich damit ein wachsender Markt – und für Verbraucher die Chance auf eine Ausstattung, die heute begeistert und morgen noch optimal passt.
Barrierefreiheit bedeutet nicht Verzicht, sondern Mehrwert. Bodengleiche Duschen, rutschhemmende Oberflächen und Bewegungsfreiheit bieten Sicherheit und Komfort für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen gleichermaßen. Ein durchdachtes Raumkonzept erleichtert den Alltag – von morgendlichen Turbulenzen mit Kindern bis zur langfristigen Nutzung im Alter.
Ob Sanierung, Renovierung oder Neubau: Bei aktuellen Bauvorhaben werden Duschen nicht nur größer, sondern auch moderner gedacht – und das bedeutet vor allem benutzerfreundlicher. Von Duschwannen mit einer Innentiefe von 10 cm haben sich auch Bauträger längst verabschiedet. Und bei einem eher kleinen Bad wird eine bessere Raumwirkung durch eine durchweg geflieste Dusche oder eine bodenebene Duschtassen erzielt. „So flach wie möglich, das ist bei allen Generationen im Trend“, sagt Monika Reber, stellvertretende Ausstellungsleiterin bei REISSER in Böblingen. Das Unternehmen hat sich seit mehr als 150 Jahren im Sanitärbereich etabliert und bietet in seinen 35 Designbadausstellungen das passende Angebot für alle Bedürfnisse und Wünsche.
Wie bodengleich eine Dusche gebaut werden kann, hängt wesentlich von den baulichen Gegebenheiten ab. Befindet sich beispielsweise in einem Haus ein Wasch- oder Kellerraum unter dem Bad, lässt sich eine Duschwanne direkt am Boden mit senkrechtem Ablauf einbauen. Manche Hersteller bieten Produkte an, die ohne Füße direkt aufgeklebt werden. Im Neubau lässt sich durch die passenden Wasserabläufe im Bodenaufbau die barrierefreie Dusche ohnehin problemlos gestalten.
Barrierefreiheit neu gedacht: universell statt altersbezogen
Ein barrierefreies Bad ist eine Investition in Selbstständigkeit und Wohnkomfort. Es unterstützt Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen – nach einer Verletzung, mit Kids oder im fortgeschrittenen Alter. Gleichzeitig steigert es den Immobilienwert und macht Wohnräume langfristig nutzbar. Für Verbraucher zählt neben der Funktion vor allem das Gefühl: ein Bad, das Sicherheit gibt, Bewegungsfreiheit schafft und ästhetisch überzeugt. Für das SHK-Handwerk bedeutet das eine klare Positionierung als kompetenter Partner für nachhaltige Badkonzepte.
Den vorhandenen Raum bestmöglich nutzen, das gilt gerade im Duschbereich. Ob alters- oder familiengerecht: der Wunsch geht hin zur Großzügigkeit. Eine Größe von 120×120 cm ist sogar passend für Rollstuhlfahrer. Auch für Menschen mit Handicap, solche mit einem Rollator oder jene, die Hilfe benötigen und ein Familienmitglied oder Pfleger mit hantiert, eignet sich eine weitläufige barrierefreie Dusche. „Damit dieser Komfort gelingt, sind kluge Planungen und durchdachte Lösungen für eine praktische Handhabung gefragt – genau darauf achten wir bei der Badberatung“, erklärt Reber.
Für Fachbetriebe ist die ganzheitliche Planung entscheidend: Ergonomie, Design und Funktion müssen zusammen gedacht werden. Kunden erwarten Lösungen, die nicht nach einer Waschzelle im Krankenhaus oder Pflegeheim aussehen, sondern nach modernem Wohnraum – und dennoch relevante Merkmale beinhalten. Wird eine Dusche idealerweise mit einer faltbaren Duschwand kombiniert, ist die Abtrennung flexibel nutzbar und lässt genug Abstand zur restlichen Sanitäreinrichtung. Gemauerte Trenn- oder Sichtschutzwände sind alles andere als zeitgemäß. Reber unterstreicht: „Handwerker planen oft eine Festverglasung. Die ist zwar ästhetisch, doch mitunter auch beengend. In der Badberatung weisen wir auf den Mehrwert einer Faltlösung oder eines Eckeinstiegs hin. Gerade wenn es um Bewegungsfreiheit oder Laufwege geht, sind feststehende Wände und aufgemauerte Abtrennungen ein echtes Hindernis.“ Besser eignen sich mehrteilige Faltwände und Türen, die sich sowohl nach innen als auch außen öffnen lassen. Auch Walk-in-Duschen mit Schiebetür vergrößern den Durchgang.
Wichtig ist die individuelle Beratung. Nicht jede Lösung passt zu jedem Haushalt. Fachhandwerker punkten mit maßgeschneiderten Konzepten, die aktuelle Bedürfnisse berücksichtigen und gleichzeitig Reserven für die Zukunft schaffen. Daher sind Vorrichtungen immer mehr im Kommen: Wer heute sein Bad einrichtet, denkt besser schon an morgen – und an Alterstauglichkeit. Beliebt sind Brausestangen und Duschhandläufe, die sich gut zum Festhalten eignen, ohne an Designaspekten einzubüßen. Später lassen sich daran extra Griffe montieren oder ein Sitz einhängen. „Bei Umbauten an Verstärkungen in der Wand gedacht? So lassen sich im Nachgang dann beispielsweise auch Stützklappgriffe neben dem WC oder ein Klappsitz in der Dusche anschrauben.“
Technik trifft Design: intelligente Lösungen für den Alltag
Moderne Optik und ansprechendes Design anstatt Anleihen an Pflegebedürftigkeit: Neueste Klappsitze und Haltegriffe zeigen sich in ästhetischen Formen. Groß und griffig, aber eben nicht klobig oder wuchtig sind die Stützklappgriffe, die das Aufstehen erleichtern, falls keine Griffmöglichkeit an der Wand vorhanden ist. Es gibt diese Hilfsmittel, in die sogar Funkauslösung oder Fernbedienung integrierbar sind, in verschiedenen Längen und Farben. Die massiven und stabil verschraubten „Accessoires“ bieten neben der hohen Funktionalität eine hochwertige Haptik. Ansprechende Materialien wie gebürsteter Edelstahl oder Metalloptiken mit Farbkombinationen punkten.
Ein Unfall, der einen körperlich plötzlich eingeschränkt: Diese Erfahrung machte eine junge Mutter nach ihrem Beinbruch. In der Zeit, in der sie gehandicapt war, wurde die stabile Brausestange der REISSER Eigenmarke Golf Care als Haltestange (im wahrsten Sinne des Wortes) zum Glücksgriff, berichtet Reber. Barrierefreiheit ist nicht nur für Senioren relevant, mehr denn je ist es ein Familienthema. Gerade kleine Kinder rutschen zwischen Seife und Spielzeug schnell aus. Fliesen in rutschhemmenden Klassen oder Duschwannen inklusive Antirutschbeschichtung haben längst die unschönen und unhygienischen Duschmatten abgelöst. Rutschsicherheit, ideale Platzverhältnisse und integrierte Sitzflächen sind für Familien und bei der Pflege von Kindern jedes Alters relevant. Genügend Nischen, Stauraum und Ablagen für diverse Dinge wie Duschgel, Schwämme, Abwischer und Spielsachen sind gefragter denn je. Also werden sie bei der Planung rechtzeitig berücksichtigt – um auf Einhängekörbe zu verzichten.
Auch das Dusch-WC etabliert sich immer mehr als generationsübergreifendes Zubehör. Während junge Familien eher zu den einfacheren Modellen tendieren, setzen ältere Menschen auf Premium-Modelle mit Föhn, Nachtlicht, Sitzheizung und Lady Dusche. Wer weniger agil oder beweglich ist, gönnt sich bestimmte Extras bei der Ausstattung für die tägliche Hygiene. Die Funktionen lassen sich individuell programmieren und speichern, per Fernbedienung oder App steuern. Dank selbstreinigenden Düsen sind die Geräte bedienungsfreundlich und wartungsarm. Und die automatische Deckelöffnung ist gerade für Rollstuhlfahrer hilfreich.
Moderne barrierefreie Bäder setzen auf clevere Technik: gut erreichbare Ablagen und optionale Sitzmöglichkeiten in der Dusche zählen ebenso dazu wie leichtgängige oder ausziehbare Armaturen, für Rollstuhlfahrer mit verlängertem, auch nachrüstbarem Griff. Bei der Badausstattung wird auf harte Kanten verzichtet. Bei den Armaturen und der Keramik kommen runde Formen und Soft-Edge-Kanten zum Tragen – falls einer Person schwindelig wird, ist somit die Verletzungsgefahr verringert. Ergänzt durch gute Beleuchtung und kontrastreiche Gestaltung entsteht ein Bad, das Orientierung und Sicherheit bietet.
Mehr Lebensqualität durch vorausschauende Planung
Waschbecken sind inzwischen wahre Verwandlungskünstler: Clever vorgedacht, lässt sich ein Unterschrank beim passenden Modell später entfernen, so dass der Nutzer den Waschtisch mit einem Rollstuhl unterfahren oder mit einem Hocker bequem davor sitzen kann. Die Badberater achten sowohl auf Beckentiefe und Befestigungsart als auch Unterputz- und Raumsparsiphons. Hersteller bieten Waschbecken mit seitlichen Ausbuchtungen oder integrierten Haltegriffen an. „Während die Handwerker das ganze Bauvorhaben im Blick haben, schauen wir auch auf die Details“, betont Reber. Daher freut sie sich, wenn Installateure ihre Kunden in die Badausstellung begleiten oder sich sogar auf das Thema spezialisiert haben. Denn Barrierefreiheit ist kein Nischenthema, sondern ein Qualitätsmerkmal moderner Badplanung. „Wer heute generationenübergreifend plant, schafft Räume, die Menschen ein Leben lang begleiten.
REISSER wurde 1871 in Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Fünf Tochtergesellschaften formen heute zusammen die REISSER Gruppe. Das Unternehmen mit heutigem Stammsitz in Böblingen ist spezialisiert auf Bad- und Sanitärausstattung, Installations- und Heizungstechnik. REISSER deckt somit das gesamte Leistungsspektrum der Haustechnik ab. Die REISSER AG ist ein klassisches Familienunternehmen und arbeitet in enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit mehr als 10.000 Fachhandwerkern. Der Großhändler beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten hauptsächlich im Südwesten Deutschlands. Seit mehr als 150 Jahren ist REISSER als zuverlässiger und starker Partner der Industrie und des Fachhandwerks etabliert und zählt zu den führenden Fachhandelsunternehmen der Sanitär- und Heizungsbranche im deutschen Raum.
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