Flexible Mantelklemmung sichert Produktionsabläufe und reduziert Reparaturen und Stillstände von Nichteisenabscheidern
Wagner Magnete löst mit patentiertem Verfahren teures Problem in der Recyclingbranche
Flexible Mantelklemmung statt Befestigungsschrauben an der Anlage sichern Produktionsabläufe und reduzieren Reparaturen und Stillstände von Nichteisenabscheidern
Heimertingen (dk). Auf den ersten Blick unscheinbare Details sind es oft, die über einen reibungslosen Produktionsablauf oder einen ungeplanten Anlagenstillstand entscheiden. Betreiber von Recyclinganlagen können ein Lied davon singen. Die Fördertechnik läuft auf Hochtouren, tonnenweise Wertstoffe werden sortiert, der Materialstrom reißt nicht ab. Bis plötzlich doch ein Nichteisenabscheider ausfällt. Abgerissene Befestigungsschrauben am Rotormantel sind nicht selten die Ursache. Was nach einem kleinen Defekt klingt, zieht häufig stundenlange Reparaturen, Produktionsausfälle und hohe Kosten nach sich. Das Unternehmen Wagner Magnete aus Heimertingen schafft Abhilfe: Der süddeutsche Magnete-Spezialist hat ein Verfahren entwickelt und patentieren lassen, das auf bisher übliche Schraubverbindungen verzichtet. Stattdessen hält eine flexible Mantelklemmung das Rotorrohr dauerhaft sicher in Position, selbst wenn enorme Kräfte auf die Konstruktion wirken.
„Die von uns entwickelte und patentierte Mantelklemmung zeigt deutlich, dass technische Innovation oft dort entsteht, wo viele nur ein Konstruktionsdetail vermuten. Tatsächlich entscheidet gerade dieses Detail im industriellen Alltag nicht selten darüber, ob eine Anlage störungsfrei produziert oder ungeplant stillsteht“, sagt Wolfgang Wagner, Geschäftsführer des 1935 von Georg Wagner gegründeten Familienunternehmens.
Nichteisenabscheider (Wirbelstromabscheider) gehören zu den Schlüsselmaschinen moderner Recyclinganlagen. Sie trennen Metalle wie Aluminium, Kupfer oder Messing automatisch aus Haus- Sperr- und Gewerbemüll sowie aus Verpackungsabfällen, Elektroschrott oder Altholz. Erst dadurch können diese wertvollen Rohstoffe in den Stoffkreislauf zurückgeführt und erneut genutzt werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Zuverlässigkeit und einen möglichst störungsfreien Betrieb ohne Unterbrechungen.
„In Recyclinganlagen laufen unsere Abscheider unter extremen mechanischen Bedingungen häufig rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb, da zeigt sich, wo eine Konstruktion wirklich standhält und wo nicht“, sagt Wolfgang Wagner.
Im Inneren der Maschinen arbeitet ein Magnetrotor mit bis zu 3.000 Umdrehungen pro Minute. Er dreht sich innerhalb eines Mantelrohres aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), während außen das Förderband den Materialstrom transportiert. Das Förderband steht permanent unter Spannung und belastet das GFK-Rohr dauerhaft, gleichzeitig wird es bei jeder Umdrehung minimal verformt und wieder entlastet. Bei jedem Umlauf des Bandes wiederholt sich diese Verformung Tausende Male pro Stunde. Ingenieure nennen diesen Effekt Walkarbeit. Das Problem liegt an den Rohrenden – dort wird es an den Seitenscheiben des Rotorsystems befestigt, traditionell mit Schrauben. Was simpel klingt, wird im Dauerbetrieb zur Schwachstelle.
„Betreiber spannen ihre Förderbänder manchmal entgegen der Herstellervorgaben zu straff, weil sie das von anderen Förderaggregaten gewohnt sind, erklärt Vertriebsleiter Thomas Zrenner. „Genau das erhöht jedoch die Belastung der Schrauben. Reißen die Schraubenköpfe ab, ist das für jeden Recyclingbetrieb ein Albtraum. Die Verbindung zwischen Rohr und Scheibe löst sich, die Maschine muss sofort abgeschaltet und aufwändig repariert werden.“
Die Lösung wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist konstruktiv jedoch ein grundlegender Unterschied. Statt Schrauben sitzt an den Enden des GFK-Rohres ein Gummiring. Der speziell entwickelte Klemmring fixiert das GFK-Rohr, wodurch auftretende Kräfte flächig verteilt, Materialbewegungen elastisch aufgenommen und kritische Belastungsspitzen vermieden werden. Das Rohr wird so über Pressdruck gehalten, nicht über starre Verbindungspunkte.
Für Betreiber bedeutet das vor allem eines: mehr Anlagenverfügbarkeit. Ungeplante Stillstände werden seltener, aufwendige Reparaturen entfallen, die Lebensdauer der Rotoren steigt. Gerade in der Recyclingwirtschaft, in der Maschinen häufig im Mehrschichtbetrieb laufen, können bereits wenige Stunden Ausfall erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
Über Wagner Magnete
Die Wagner Magnete GmbH & Co. KG mit Sitz in Heimertingen ist ein international tätiges Familienunternehmen und Spezialist für Spann- und Umwelttechnik. Georg Wagner gründete das Unternehmen 1935. Im Jahr 1971 übernahm sein Sohn Gerhard Wagner die Geschäftsführung und entwickelte den Betrieb zu einem führenden Anbieter von Spann-, Hebe- und Separiertechnik. 2008 trat dessen Sohn Wolfgang Wagner in das Unternehmen ein. Heute führt er Wagner Magnete in dritter Generation. Rund 130 Mitarbeiter arbeiten am Hauptstandort in Heimertingen. Einen hohen Stellenwert besitzt die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte.
In Heimertingen entwickelt, erprobt und produziert Wagner Magnete bewährte Standardprodukte ebenso wie kundenspezifische Lösungen. Das Spektrum reicht vom kleinen Robotergreifmagneten bis zu tonnenschweren Spezialanlagen. Dazu gehören Magnetscheider, Metallsuchgeräte, Spannmagnete, Halte- und Transportmagnete, Entmagnetisieranlagen und die dazugehörige Steuerungstechnik. Zu den jüngsten Entwicklungen zählt der bislang größte in Heimertingen gefertigte Wirbelstromabscheider mit drei Metern Arbeitsbreite. Die Technologien kommen weltweit in der Automobilindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energietechnik, beim Stahltransport sowie in hochkomplexen Recyclingprozessen zum Einsatz.
Im firmeneigenen Technikum werden Anwendungen unter realistischen Bedingungen getestet und weiterentwickelt. Eigene konstruktive Lösungen und zahlreiche Patente prägen die Unternehmensgeschichte. Dazu gehört auch die patentierte Mantelklemmung für Nichteisenabscheider. Sie steht beispielhaft für den Anspruch, technische Herausforderungen praxisnah zu lösen, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit industrieller Anlagen zu erhöhen. Entwicklung, Fertigung und Service aus einer Hand sowie das klare Bekenntnis zu Heimertingen bilden dafür die Grundlage.
Kontakte:
Wagner Magnete GmbH & Co.
KG Spann- und Umwelttechnik
Obere Straße 15, 87751 Heimertingen
Telefon: +49 8335 980-0, Fax: +49 8335 980 – 270
info@wagner-magnete.de
www.wagner-magnete.de
Ansprechpartner: Wolfgang Wagner (Geschäftsführer)
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Bildquelle: Wagner Magnete



