Donnerstag, Juni 20, 2024

Besuch beim Internationalen Theaterfestival VARNA SUMMER 2024

Ein ├ťberblick in K├╝rze … (von Dieter Topp)

Bild“Ein Besuch beim Internationalen Theaterfestival VARNA SUMMER 2024 hat die Erwartungen ├╝bertroffen: Nicht nur die M├Âglichkeit, Arbeit und K├Ânnen des bulgarischen Theaters in Form von herausragenden St├╝cken an einem Ort in einem Showcase zu sehen, sondern auch eine vielf├Ąltige Welt aus der Perspektive von Theatermachern aus diesem Land kennenzulernen, und das gleich mehrfach. Eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen m├Âchte.”

THE HAGUE, eine Satire der Ukrainerin Sasha Denisova, in der Putin und seine Verb├╝ndeten vor ein Kriegsverbrechertribunal gestellt werden, wurde in Polen, in den USA und in Bulgarien inszeniert.

Das St├╝ck erz├Ąhlt die Geschichte eines verwaisten Teenagers aus Mariupol, die sich vorstellt, dass die russische F├╝hrung f├╝r ihren Vernichtungskrieg in der Ukraine zur Rechenschaft gezogen wird. In der Version des bulgarischen Nationaltheaters, ├╝bersetzt und inszeniert vom international renommierten Regisseur Galin Stoev, wurde die Rolle des Putin brillant und b├Âsartig von einer Frau (Radena Valkanova) gespielt.

So wie Charly Chaplin Hitler in Der gro├če Diktator verspottete, sagt Denisova: “Putin muss man gnadenlos auslachen”. Jetzt, da Wladimir Putin seine Terrorkampagne in der Ukraine fortsetzt, ist Chaplins Rede weiterhin ein Aufruf gegen Tyrannei und zur Verteidigung der Demokratie: “Diktatoren befreien sich selbst, aber sie versklaven das Volk,” erkl├Ąrte Chaplin.
Wir alle sind aufgerufen, gegen Diktatoren aufzustehen: Die Ukraine ist nicht nur gleich nebenan, Diktatoren sind gefr├Ą├čig – das haben wir aus einem tief beeindruckenden bulgarischen Theatererlebnis gelernt.

Nationaltheater – Ruse
SUPERGUTE TAGE ODER DIE SONDERBARE WELT DES CHRISTOPHER BOONE

Regisseur Boian Ivanov gelang es mit Geschick und sozialpsychologischem Einf├╝hlungsverm├Âgen, dem Autor Mark Haddon gerecht zu werden, kein St├╝ck ├╝ber Autismus zu inszenieren, sondern “eine w├╝rdige Darstellung eines Au├čenseiters als literarische Figur zu schaffen und Mitgef├╝hl und Verst├Ąndnis f├╝r seine Individualit├Ąt zu wecken”.

Ohne mechanisch pathetisch zu sein, lie├č Ivanov das Publikum mit dem Au├čenseiter mitf├╝hlen. Hauptdarsteller Kaloyan Zhelev erhielt den “Ikarus 2024”-Preis f├╝r sein Deb├╝t und seine Leistung. Er und das Darstellerteam wurden mit stehenden Ovationen bedacht.

TRIBES
“Dies ist eine Geschichte ├╝ber das inh├Ąrente Bed├╝rfnis, zu einem bestimmten Ort, einer Gemeinschaft oder einem Zuhause zu geh├Âren, das Bed├╝rfnis, sich selbst und seiner Familie einen Sinn zu geben. Tribes ist ein St├╝ck, das ├╝ber seine Zeit hinausgeht. Sein Text ber├╝hrt, bringt einen zum Lachen, erschreckt, verbittert, st├Â├čt ab, vertieft das Nachdenken, ersch├╝ttert und l├Ąutert – es ist ein Text, der weh tut.” Dir. Zafir Radjab

Das Zuhause sollte ein Ort sein, der Sicherheit bietet. Nina Raines ‘Tribes’ erforscht die komplizierte Beziehung zwischen Behinderung, Heimat und Kultur. Das St├╝ck zeigte, wie das kulturelle Verst├Ąndnis von und der Umgang mit Behinderung die k├Ârperlichen Erfahrungen von behinderten Menschen in ihrem eigenen Zuhause pr├Ągt und reguliert. Es untersuchte, wie die vorherrschenden Vorstellungen von K├Ârper, Hierarchie und Wert ein Gef├╝hl der Entfremdung und fehlenden Zugeh├Ârigkeit erzeugen.

Die Auff├╝hrung des Bulgarischen Armeetheaters, fast wie ein Film inszeniert, ├╝berzeugte in jeder Hinsicht: das K├Ânnen des jungen Regisseurs Radjab, sehr gute Schauspieler in einem gelungen passenden B├╝hnenbild.

Margarita Mladenova ist zusammen mit dem Regisseur Ivan Dobchev die Gr├╝nderin des Sfumato Theatre Laboratory: HAPPY DAYS von Samuel Beckett, gespielt von der Schauspielerin Svetlana Yancheva mit bemerkenswerter Kraft und Liebe zum Detail.
Margarita Mladenova hatte eine asketische Auff├╝hrung geschaffen, in der das Drama des menschlichen Staunens ├╝ber das, was uns trotz allem “hilft, unsere Wunden zu leben”.

Es war die erste bulgarische Inszenierung des Werks des amerikanischen Dramatikers Doug Wright, dessen Semi-Dokumentation I AM MY OWN WIFE ihm eine Reihe von Preisen einbrachte, darunter den renommierten “Pulitzer” und den “European Tolerance Award”.

Der talentierte Deb├╝tant Dimitar Angelov fesselte mit den verschiedenen Rollen des Lebens von Charlotte von Mahlsdorf, einem deutschen Transvestiten, der Teil der gro├čen europ├Ąischen Dramen des 20. Jahrhunderts war. Anders als viele ihrer Zeitgenossen ├╝berlebte von Mahlsdorf das Naziregime und dessen Abl├Âsung in der DDR, der sowjetisch dominierten kommunistischen Diktatur, verbrachte ihr Leben in Zeiten der Demokratie als exzentrische Antiquit├Ątenh├Ąndlerin in Ost-Berlin und emigrierte schlie├člich nach Schweden.

Die junge Regisseurin Nadia Pancheva hatte Doug Wrights Geschichte, die mit Wendungen, Enth├╝llungen und Humor gespickt ist, getreu und sorgf├Ąltig nacherz├Ąhlt und f├╝hrte uns zur├╝ck zu Charlottes dramatischem Glauben, der von ihrem Wunsch gepr├Ągt war, f├╝r ihr Recht auf pers├Ânliche Freiheit einzutreten.
Angelov begeisterte das Publikum und leistete einen wichtigen Beitrag zur sexuellen Vielfalt in Bulgarien. Er wurde f├╝r den Ikarus-Preis 2024 f├╝r das beste Deb├╝t nominiert.
Nach der Show wurde ihm ein ganz besonderes Geschenk in Form einer pers├Ânlichen Notiz des Autors Doug Wright, New York, ├╝berreicht.

Last but not least “SALINE NEBULA” von Stanislav Genadiev und Violeta Vitanova, eine physische Performance, die in einer komplexen Klang- und Bildumgebung stattfand und ein Bild vom Entstehen und Verschwinden einer Lebensform schuf.

Die T├Ąnzerin Marion Darova pr├Ąsentierte eindrucksvoll die Verwandlung von Abstraktem in Konkretes, von Unsichtbarem in Sichtbares. Es schien, als ob ein Au├čerirdischer vor dem Publikum auftauchte, langsam aus Nebel und Dunst eine feste Form annahm, um schlie├člich in dieser lokalen Atmosph├Ąre auf dem Altar der Sichtbarkeit f├╝r das menschliche Auge zu verschwinden.

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